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Fakt oder Irrglaube? – Erleben hochsensible Menschen mehr Stress in ihrem Alltag?

Als hochsensibler Mensch hat man manchmal den Verdacht, dass man im Spiel des Lebens die A-Karte gezogen hat. Im Vergleich zu anderen ist man benachteiligt, weil alles immer so anstrengend und kompliziert ist. Es scheint, als ob das Wort „Leichtigkeit“ nicht zum Wortschatz eines Hochsensiblen passt. Doch ist das tatsächlich so? Haben es hochsensible Menschen wirklich schwerer im Leben? Oder ist dass alles nur ein Irrglaube?

Mit dieser Frage möchte ich mich auseinandersetzen, denn ich denke, dass es das Leben leichter macht, wenn man weiß woran man ist…

Was spricht dafür, dass HSP-ler mehr Stress erleben?

Zu Beginn möchte ich Dich bitten Dich zurückzulehnen und Dir diese Fragen durch den Kopf gehen zu lassen bevor Du weiterliest:

Wie oft hast Du das Gefühl, dass anderen ihr Leben besser unter Kontrolle haben als Du?

Häufig haben hochsensible das Gefühl, dass andere Menschen ihr Leben besser unter Kontrolle haben als sie selbst und dass andere vor allem sich selbst besser unter Kontrolle haben. Wahrscheinlich kennst Du auch diese Situationen, in denen jemand etwas zu Dir sagt und Du total emotional reagierst: Dir kommen die Tränen, Du fühlst Dich in die Enge getrieben, Du hast das Gefühl Dich verteidigen zu müssen und reagierst vielleicht pampig oder Du wirst wütend, weil Du Dich angegriffen fühlst…

Und währenddessen fragst Du Dich selbst, warum Du eigentlich grad wieder so (übertrieben) reagierst, warum Du nicht einfach ruhig und sachlich bleiben kannst oder was eigentlich los mit Dir ist.

Wie häufig merkst Du, dass Dich auf einmal Dinge stressen, die Dich unter anderen Umständen überhaupt nicht gestört hätten?

Vor kurzem hat mir mein Mann erzählt, dass er im Büro saß und unglaublich genervt wegen eines Kollegen war, der wie jeden Morgen seine Nüsse aß. Die Geräusche haben ihn abgelenkt und total auf die Palme gebracht. Was die eigentliche Besonderheit dieser kleinen Story ist, dass es ihn bisher noch nie gestört hat und dass er die Geräusche des Nüsse Kauens sonst immer sehr gut ausblenden kann.

Was war also anders an diesem Tag?

Ich nehme an, dass Du schon ähnliche Situationen erlebt hast und Dich vielleicht auch gefragt hast, was denn eigentlich los mit Dir ist und warum Du nicht normal sein kannst.

Aber weißt Du was? So ein Verhalten ist unter gewissen Umständen total normal und erklärbar.

Das möchte ich nun bildlich tun.

Stell Dir vor, dass Dein Gemütszustand einer Schale / einem Fass entspricht. Wenn das Fass leer ist, dann bist Du vollkommen entspannt und Dich kann nichts aus der Ruhe bringen.

Wenn das Fass aber fast voll ist, dann fehlt nicht viel und es kommt zum Überlaufen. Das bedeutet, dass wenn Dein Fass voll ist, dann bist Du schon angespannt, gestresst, erschöpft etc. und dann reicht nur eine Kleinigkeit aus und Du reagierst über, dann wird Dir alles zu viel.

Das ist bei allen Menschen so, egal ob hochsensibel oder nicht.

 

Stress wirkt sich bei allen Menschen gleich aus

Das Nuss Bespiel von meinem Mann, sollte dies verdeutlichen, da er nicht hochsensibel ist. Was allerdings an jenem Morgen anders war, war sein allgemeiner Zustand: Nach Monaten, in denen unser kleiner Sohn nachts immer wieder wach wurde und ich ihn gestillt habe, folgte eine Nacht, die sozusagen ganz ohne Schlaf war. In dieser Nacht musste auch mein Mann aufstehen, ihn herumtragen und beruhigen, weil unser Sohn krank war und ich nicht mehr konnte. Er war also komplett übermüdet und gereizt, denn wer nicht schläft kann auch Stresshormone, die sich tagsüber ansammeln, NICHT abbauen und steht somit unter Stress.

Wenn wir Menschen stark gestresst sind, dann laufen wir in einem anderen Programm als sonst.

Um Stress zu erklären wird meistens das Beispiel mit dem Säbelzahntiger genommen. Das hast Du sicher schon gehört, denn es ist ja auch echt gut zu merken.

Das passiert in unserem Körper, wenn wir unter Stress stehen

Auch wenn wir Stress immer als etwas Negatives ansehen, hat es seine Berechtigung. Stress entsteht, wenn wir uns in einer Situation oder einem Zustand befinden, die / der dazu führt, dass unser Wohlbefinden subjektiv eingeschränkt wird.

Nehmen wir also das Beispiel mit dem Säbelzahntiger: Stell Dir vor, Du bist als Steinzeitmensch unterwegs und begegnest auf einmal einem Säbelzahntiger. Was passiert dann in Deinem Körper (in einem weiteren Artikel werde ich es nochmal ganz detailliert erklären) ?

  1. Du wirst wahrscheinlich instinktiv Gefahr wittern, bevor sie wirklich vor Dir steht. Die meisten Menschen vergessen oft, dass sie instinktiv schon spüren, was los ist, bevor sie wirklich begründen können, warum sie alarmiert sind. (Unsere Intuition ist etwas wertvolles und wir sollten lernen wieder darauf zu hören!)
  2. Die Alarmglocken gehen an und Deine Sinneskanäle werden reizoffen, sodass Du schnellstmöglich mit all Deinen Sinnen die Situation ausleuchten und die Gefahr erkennen kannst. Ganz logisch, wenn Gefahr droht, dann müssen wir jede Information aufnehmen, die uns einen Hinweis auf die Gefahr geben kann. Denn wenn das nicht funktioniert, dann ist unser Leben in Gefahr.
  3. In unserem Gehirn stellt sich also ein anderes Programm ein. Wenn wir sonst immer in unserem „Computer“ unterwegs sind, also in unserem Frontalhirn, indem wir denken, logische Entscheidungen treffen und planen können, dann schaltet das Gehirn in einer bedrohlichen Situation um. Informationen werden erst in das „Emotionsgedächtnis“ (das limbische System) gesendet, wo schnell entschieden wird “Gefahr” oder “keine Gefahr”. Dort werden Gefühle produziert und gespeichert. Dann werden die Informationen an den ältesten Teil unseres Gehirns geleitet, an das Stammhirn. Hier wird das vegetative Nervensystem aktiviert. Dadurch laufen im Körper folgende Prozesse ab.
  4. Dein Körper stellt sich auf die Gefahr ein. Es gibt drei Möglichkeiten: Fight, Flight oder Freeze, also Kampf, Flucht oder Erstarren, wenn das andere nicht möglich ist. Auf körperlicher Ebene bedeutet das, dass alle Prozesse angekurbelt werden, die dafür sorgen, dass man kämpfen oder fliehen kann. Gleichzeitig werden alle Prozesse heruntergefahren, die wir dann nicht brauchen (z. B. Verdauung und Entspannung). Das hat den Grund, dass wir in einer bedrohlichen und stressigen Situation all unsere Energie brauchen, um zu überleben. Das ganze läuft blitzschnell und automatisch ab.
  5. Reaktion: Entweder kämpfen, fliehen oder erstarren wir dann.

Wenn wir uns die Reaktion anschauen, dann wird der Steinzeitmensch im besten Fall eine Handlung ausführen, in der er all seine Kraft und Energie benötigt und somit seinen Stress abbaut.

Mal unabhängig davon, wie realistisch diese Situation in Deinem Alltag ist, sollten wir uns zwei Dinge anschauen:

Erstens der Punkt, dass unter Stress Deine Sinneskanäle alle auf Hochtouren laufen und Du also komplett reizoffen für alle Informationen und Reize in Deiner Umgebung bist. Und zweitens der Punkt, dass das Gehirn ins Stammhirn schaltet und gleichzeitig das Denkhirn blockiert.

Was das für Dich als hochsensibler Mensch bedeutet:

Die Besonderheit von Stress für hochsensible

Auch wenn diese Prozesse bei allen Menschen ablaufen, egal ob hochsensibel oder nicht, sollten bei Dir als HSP-ler jetzt die Ohren gespitzt sein:

Wenn Du Stress erfährst in Deinem Alltag und ich nehme an, dass Du täglich stressigen Situationen begegnest, dann erhöht sich Deine Reizoffenheit! Die Wahrscheinlichkeit, dass Du innerhalb kürzester Zeit reizüberflutet bist steigt also enorm!

So, und wenn Du nun offener für sämtliche Reize in Deiner Umgebung bist, dann nimmst Du diese Geräusche, Gerüche, Lichter, Schwingungen etc. also noch deutlicher wahr, als Du es sonst schon tust. 

Und das wiederum führt zu noch mehr Stress.

Das Ganze ist also ein Teufelskreis, den wir nur schwer durchbrechen können.

 

Wenn wir das nun betrachten, dann können wir sagen, dass hochsensible Menschen durch ihren durchlässigen Wahrnehmungsfilter sich leichter gestresst fühlen und dadurch wiederum noch mehr störende Informationen wahrnehmen und verarbeiten, was dann wieder zu noch mehr Stress führt.

Was darf nicht außen vor gelassen werden?

Da es mir wichtig ist, dass Du nun NICHT daraus schließt, dass Du als hochsensibler Mensch nun mal mehr Stress in Deinem Leben erfährst und damit ein Opfer der Umstände bist, möchte ich noch etwas anfügen.

Man kann selbstverständlich nicht pauschal behaupten, dass alle hochsensiblen Menschen ein stressigeres Leben haben, als nicht hochsensible Menschen. 

Denn Stress hängt nicht nur von den äußeren Gegebenheiten ab und wie Dein Körper diese verarbeitet.

Ob wir eine Situation als stressig erleben, hängt nämlich sehr stark davon ab, wie wir damit umgehen. Wenn Du Dich beispielsweise vom Ticken des Weckers gestört fühlst, dann hast Du verschiedene Möglichkeiten zu reagieren:

1. Du kannst den Wecker einfach aus dem Zimmer entfernen.

2. Wenn das nicht geht, kannst Du Dich drüber aufregen “So ein blöder Wecker, der bringt mich um meinen Schlaf, der nervt mich, ich will Ruhe…”

ODER 3. Kannst Du versuchen die Situation nicht zu bewerten (!). Nehme sie einfach wahr. Wenn Du merkst, dass Du genervt bist, dann beobachte Deinen Körper und spüre mal hin, wie sich das Gefühl anfühlt und wo Du es spürst.

Fazit

Was Du aus diesem Text mitnehmen kannst ist, dass

+ Stress Deine Reizoffenheit verstärkt und somit die Wahrscheinlichkeit erhöht von Reizen überflutet zu werden, wodurch Du dann noch mehr Stress erlebst.

+ hochsensible Menschen potentiell mehr Gegebenheiten erleben, die Stress auslösen.

– es jedoch auf unsere eigene Bewertung und unsere Gedanken ankommt. Wir können Situationen dadurch erst stressig werden lassen oder den Stress herausnehmen.

Wenn Dein Fass grad am überlaufen ist...

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